RKW-Kompetenzzentrum

 

Sorglosigkeit und Gesundheit

"Ach, mir wird schon nichts passieren!"

Sorgloser Umgang mit Sicherheit und Gesundheit kann langfristig zu Schäden führen. Sorglosigkeit können Sie bei Ihren Mitarbeitern und bei sich selbst erkennen, wenn...

  • kein Bemühen um Verständnis für die Arbeitsprozeduren besteht
     
  • keine Wachsamkeit gegenüber unerwarteten Ereignissen auftritt
     
  • kein Innehalten und Denken, wenn Probleme auftauchen
     
  • keine Hilfesuche, wenn notwendig
     
  • Mitarbeiter legen wenig Wert auf Ordentlichkeit, Pünktlichkeit und gutes Haushalten
     
  • "shortcuts" verbotene, weil gefährliche Arbeitserleichterung, z. B. Sicherheitsvorsichtungen an Maschinen entfernen
     
  • keine selbstkritischen, sicherheitsorientierten Fragen ("Was kann schief gehen?")

 

Warum sehen Menschen der Gefahr so ungern ins Auge?

Vermeiden, Verleugnen und Verdrängen
Informationen zu Gefahren werden "ausgeblendet". Oft aus Mangel an Zeit werden Sicherheitsaspekte vernachlässigt.

Überoptimismus
Unrealistischer Optimismus, man hält sich persönlich für nicht besonders gefährdet: "Mir wird schon nichts passieren"

Kontrollillusion
Menschen überschätzen teilweise ihre Einflussmöglichkeiten in Situationen und verhalten sich trotz des Wissens um Gefahren weiterhin riskant: "Ich habe alles im Griff"

Alibihandlungen
Handlungen die zur Gewissensberuhigung dienen, die jedoch keinen Dauerhaften Schutz bieten, z. B. es wird ein neuer Bürostuhl gekauft, aber nie gelernt ihn "richtig" auf die eigenen Körpermaße einzustellen

Fatalismus
Eine resignierte Haltung gegenüber Gefahren: "Ich bin zwar gefährdet, kann aber sowieso nichts  ändern – warum soll ich mich also anstrengen"

Gewöhnung
Täglicher Umgang mit Gefahren kann zu nachlässigem Verhalten führen, beispielsweise Umgang mit Giftstoffen.

Was können Sie gegen Sorglosigkeit unternehmen?

  • machen Sie auf Gefahren aufmerksam (z. B. ein Mitarbeiter sitzt mit rundem Rücken vor dem Bildschirm)
     
  • erklären Sie, warum eine Gefahr besteht (z. B. ungünstige Körperhaltung führt langfristig zu Haltungsschäden)
     
  • unterweisen bzw. qualifizieren Sie Ihren Mitarbeiter (z. B. mit aufrechter Körperhaltung am Bildschirm zu sitzen)